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Portraitbild des Ko,ponisten Ruggero Leoncavallo
1857 Nápoli / Neapel - 1919 Montecatini Terme

I PAGLIACCI

Die Bajazzi (eingebürgert hat sich "Der Bajazzo")
UA 22.05.1892 Milano / Mailand
dt. EA 1892 Berlin
Einakter (später durch ein Intermezzo in 2 Akte aufgeteilt)
Libretto / Word-book: Ruggero Leoncavallo
»commedia dell'arte e commedia tragica / Berufsschauspielkunst und Tragische Komödie«

 

google trends für die Oper "I pagliacci"

Hörbeispiele: 96 Kbit/s, MP3
1967 CD DECCA
Dir.: L.Gardelli - Rom Op Orch
M.d.Monaco (Canio), P.Lorengar (Nedda), R.Merrill (Tonio), U.Benelli (Arlecchino)
Prolog
Tonio —› Si può? Si può?... i pagliacci -  si puo 1:54 Min
Akt I
Nedda —› Stridono lassù... i pagliacci -  stridono lassu 2:19 Min
Canio —› Recitar... Vesti la giubba... i pagliacci -  recitar 3:26 Min
Intermezzo
i pagliacci -  intermezzo 2:31 Min
Akt II
Beppo —› O Colombina, il tenero fido Arlecchin... i pagliacci -  o colombina 1:30 Min
Canio —› No, pagliaccio non son... i pagliacci - no! pagliaccio 3:02 Min

Rolle / Charakter

Nedda [Sopran]
Canios Gattin
Die Kolombine im Schauspiel
— Colombina (ital. Vorname, Verkleinerung von colomba für „Taube“) ist eine Figur aus der Commedia dell’arte und wird den "Zanni" zugerechnet. Sie ist eine Person der unteren sozialen Schicht. http://de.wikipedia.org

Canio [Tenor]
Neddas Gatte
Der Bajazzo im Schauspiel

Beppo [Tenor]
Beppe:

Komödiant; Der Harlekin im Schauspiel
— Der Harlekin, vom ital. Arlecchino, das wiederum auf die noch älteren altfranzösischen Wörter (h)arlekin, (h)erlekin, (h)ellequin, harlequin und ähnliche aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht, ist eine der Dienerfiguren aus der Commedia dell’arte der Renaissance. http://de.wikipedia.org

Tonio [Bariton]
Komödiant; Der Taddeo im Schauspiel

Silvio [Bariton]
Silvius:
Ein junger Bauer

prologo [Bariton]
Prolog (In den meisten Fällen übernimmt der Sänger des "Tonio" den Prolog zur Oper! Manchmal wird die Rolle aber auch aufgeteilt.)

1.contadino [Bariton oder Bass]
1.Bauer

2.contadino [Tenor]
2.Bauer

Hintergrund / Background

Vom Einakter zur Oper in 2 Akten
Leoncavallo entwarf ein Libretto von vergleichbarer Kraft und Dichte wie Mascagnis "Cavalleria rusticana", das er ursprünglich "Il pagliaccio" / "Der Bajazzo" betitelte. Diesen Entwurf stellte er mit mässigem Erfolg dem Mailänder Verlagshaus Ricordi vor, dessen Inhaber anmerkte, das Stück sei «hübsch, aber schwierig... wie soll dieser Mann in Weiss (gemeint war Canio) ernst genommen werden?
Es gelang Leoncavallo jedoch, das Konkurrenzunternehmen Casa Sonzogno zu überzeugen. Der gewaltige – obschon nicht sofortige Erfolg – nach der Mailänder Uraufführung am Teatro Dal Verme am 21. Mai 1892 brachte dem Komponisten im Alter von 35 Jahren internationale Anerkennung ein.

Nach Ricordis Einlassungen in Leoncavallos üblicher purpurfarbener Tinte ursprünglich einaktig komponiert, erhielt «Pagliacci» später ein kurzes Vorspiel. Der Komponist beschloss, das Werk zweizuteilen. Auf Arturo Toscaninis Anregung schrieb er überdies ein Zwischenspiel als Umbaumusik für die Commedia-Szene des zweiten Aktes.
Tonios Prolog wurde auf Drängen des Bariton Victor Maurel hinzugefügt. Es war auch dieser Sänger, der den Titel von der Singularform "Il pagliaccio" in den Plural "I pagliacci" ändern liess, wodurch eben nicht nur Canio, sondern die ganze Komödiantentruppe in den Titel eingebunden ist.
Das deutsche "Der Bajazzo" verbleibt hingegen beim alten Titel und hat sich somit eingebürgert!

Leoncavallos "I paglicci"Warum Leoncavallo den Mordfall unter einer reisenden Komödiantentruppe, die sich in Montalto aufhielt, hervorhob, hat verschiedene Gründe.


Einerseits stehen Handlung und Dramaturgie in enger Beziehung zu zwei zeitgenössischen Theaterstücken ("Un drama nuevo"1867 von Manuel Tamayo y Baus und "La Femme de Tebarin" 1887 von Catulle Mendès) und dem Mordprozess gegen die Schuhmacher Giovanni und Luigi d’Alessandro, den sein Vater Vincenzo als Richter des Bezirksgerichts im kalabrischen Cosenza 1865 geleitet hatte. Leoncavallo war möglicherweise bestrebt, diese Parallelen zu verwischen. Andererseits aber wird die Behauptung des Komponisten verständlich, nach der das Sujet einer Oper aus dem wahren Leben zu entstammen habe und die Realität auf die Opernbühne bringen mußte.

Jenseits der Streitigkeit über Wahrheit und Unwahrheit der Handlung und jenseits des Plagiatvorwurfs aber zählt "I pagliacci" zu den bedeutendsten und dramaturgisch richtungsweidenden Opern des "musikalischen Verismo".
Quelle: H.-J.Wagner "Fremde Welten" 1999


Orchester / Orchestra
Schallplattenmarke / Label
Abkürzungen / Abbreviations


Link zum Seitenanfang  Zuletzt überarbeitet am: 23.11.2013  
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