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1813 Le Roncole - 1901 Milano / Mailand

OBERTO, CONTE DI SAN BONIFACIO

Hubert, Graf von San Bonifacio
UA 1839 Milano / Mailand
Libretto / Word-book: Temistocle Solera nach einem existierenden Libretto von Antonio Piazza

Hörbeispiele:
Arien
Duette
Akt I
Sinfonia
Akt II
Cuniza —› Più che i vezzi e lo splendore...
Oberto —› L'orror del tradimento... Ma tu, superbo giovane...
Riccardo —› Ciel, che feci!...
Leonora —› Tutto ho perduto!...Sciagurata! A questo lido...

Rolle / Charakter

Oberto, Conte di San Bonifacio [Bass]
Hubert, Graf von San Bonifacio

Riccardo, Conte di Salinguerra [Tenor]
Richard, Graf von Salinguerra
hist.: Salinguerra II. Torelli di Ferrara
(1160-1244)

Leonora [Sopran]
Leonore:
Huberts Tochter

Cuniza [Mezzo]
hist.: Fürstin von Bassano und Schwester Ezzolinos II. da Romano (1194–1259)

Imelda [Mezzo]
Irmhild(e):
Cunizas Vertraute

Hintergrund / Background

Über die Entstehung der Oper gibt es widersprüchliche Angaben.
Verdi selbst schrieb 1879 in seinen autobiographischen Angaben für seinen Verleger Giulio Ricordi, dass ihm Pietro Massini, der das Filodrammatico Theater in Mailand leitete, ein Libretto übergab, das später von Temistocle Solera überarbeitet wurde. Schon 1871 behauptete Verdi, dass der ursprüngliche Text von Antonio Piazzi stammte und den Titel „Lord Hamilton“ trug. Nach einem Brief Verdis aus dem Jahr 1834 ist nur sicher, dass er auf ein versprochenes Libretto wartete. Im Jahre 1836 scheint Verdi dann ein Libretto erhalten zu haben, fand aber zunächst nicht die Zeit zur Komposition, da er als Leiter der Musikschule in Busseto voll ausgelastet war.

Die Verdi-Forschung tut sich mit der Einordnung von Lord Hamilton schwer. So ist ein Brief Verdis an Massini vom 21. September 1837 erhalten, in dem er von einem Libretto Antonio Piazzis mit dem Titel „Rocester“ schrieb und darum bat, dass Piazzi „il Duetto delle due donne / das Duett der beiden Frauen“ erweitern sollte. Allerdings enthalten weder das Uraufführungslibretto noch der Klavierauszug des Oberto ein solches Duett. Aus diesem Grund kam der Verdi-Forscher Frank Walker zu dem Schluss, dass Rocester die verschollene erste Oper Verdis ist.
Zu einem völlig anderen Ergebnis kam David Kimbell. Dieser wies darauf hin, dass das Quartett im 2. Akt des Oberto in Verdis Handschrift „ursprünglich die Vokalstimmen als Eleonora, Cuniza, Rocester (!) und Oberto bezeichnete.“ Verdi strich den Namen Rocester durch und ersetzte ihn durch Riccardo. Da auch weitere Nummern des Oberto, die später gestrichen oder neu aufgenommen wurden, erhalten geblieben sind, ist es ebenso wahrscheinlich, dass der Oberto zunächst als „Rocester“ konzipiert war und erst nach der Umarbeitung durch Solera den Titel Oberto erhielt.

Eine direkte literarische Vorlage für den Oberto ist nicht nachweisbar, obwohl das Ezzelino -Thema in den 1830er Jahren mehrfach behandelt wurde. Möglicherweise war Giambattista Vercis 20bändige Storia della Marca Trevigiani e Veronese, Venedig 1786 eine der Quellen der Librettisten.


Abkürzungen / Abbreviations



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